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Mitgliederwerbung à la IG Metall Drucken E-Mail

In Zeiten von Krisen gibt es nur wenig zu lachen. So sorgt die derzeitige Wirtschaftslage bei fast jedem Arbeitnehmer für Kopfzerbrechen und Zähneknirschen und die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes ist für viele zum treuen Begleiter geworden. Vor allem junge Auszubildende und Lehrlinge fürchten mit jedem Tag, der sie ihrem Ausbildungsabschluß näher bringt, am Ende mit Gesellenbrief, aber ohne Arbeit auf der Straße zu stehen.

Doch wo es Verlierer gibt, da sind die Gewinner ja bekanntlich nicht fern. In diesem Fall sogar unmittelbar vor Ort. Die Rede ist von der allseits bekannten und immer öfter im kritischen Licht betrachteten Gewerkschaft IG Metall (IGM). Als sozialpolitische Interessenvertretung hat sie in den letzten Jahren längst ihre Glaubwürdigkeit bei vielen Arbeitern verspielt. Die Folge: Es liefen ihr die Mitglieder in Scharen davon. Jetzt, in Zeiten der Wirtschaftskrise, wittert die Gewerkschaft jedoch ihre große Chance, um neue Mitglieder an Land zu ziehen. Ausgewählte Jugend- und Auszubildenden-Vertreter der IGM, kurz JAVler, deren Aufgabe darin bestehen sollte, sich um die Belange der jungen Arbeitnehmer zu kümmern, mißbrauchen ihr Vertrauen dann schnell mal dazu die Werbetrommel zu rühren. Und das mit moralisch sehr zweifelhaften Argumenten.

Die Methode dabei ist einfach, und vor allem bei noch in der Ausbildung befindlichen Jugendlichen leicht anwendbar, da gerade diese sich bei der derzeitigen Arbeitsplatzsituation berechtigte Sorgen um die Übernahme in den jeweiligen Betrieben machen. So macht man sich in der gängigen Praxis die allgemeine Angst um Übernahme und Arbeitsplatzaussicht zu nutze, indem man gezielt auf Auszubildende den Betrieben zugeht und diesen erläutert, daß nur die Mitgliedschaft in der IG-Metall eine mindestens einjährige Übernahmegarantie liefern könne. Dabei werden für eine Übernahme an sich elementare Kriterien, wie schulische Leistung oder persönliche Eignung völlig außer Acht gelassen - bewußt, so scheint es fast. Das Leistungsprinzip jedenfalls bleibt bei diesem Procedere zwangsläufig auf der Strecke und weicht einer perfiden „Vetterles-Wirtschaft".

In die gleiche Kerbe schlägt das Argument, mit dem rechtlicher Beistand vor dem Arbeitsgericht zugesichert wird, auf den man im Falle einer Kündigung kostenlosen Anspruch habe - allerdings selbstverständlich nur als Mitglied.
Es stellt sich daher die berechtigte Frage, ob diese Art der Mitgliederwerbung nicht unter den Aspekt der moralischen Verwerflichkeit fällt. Schließlich wird hier gezielt auf die verbreitete Angst unter jungen Arbeitnehmern gesetzt. Das Ausfüllen des Mitgliedsantrags scheint somit mehr durch fadenscheinige Argumente erzwungen, um nicht zu sagen erpresst, als wirklich aus freien Stücken und aus Überzeugung getätigt.

Diese neue Art der Mitgliederwerbung macht trotz Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz immer häufiger Schule und verdeutlicht vor allem eines: Dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem auch die IGM angehört, geht es schon lange nicht mehr um das Wohl des Arbeitnehmers, sondern um die Sicherung von Pfründen, Pöstchen und die Finanzierung unlauterer politischer Maßnahmen. Auch bei den vermeintlichen Arbeitervertretungen zählt einzig der Profit und nicht der Mensch. Sie sind nicht Gegenspieler eines zunehmend zügelloser agierenden Kapitalismus, sondern im Gegenteil dessen Verbündeter. Ihnen fällt bei diesem Spiel lediglich eine andere Aufgabe zu: Nämlich die Beschwichtigung und Ruhighaltung der arbeitenden Bevölkerung, die mit fadenscheinig inszenierter Gaukelei in dem Glauben gelassen werden soll, es gäbe eine engagierte Vertretung ihrer Interessen. Wieder wird dadurch klar: Niemand, keine Regierung, keine Bank und auch keine Gewerkschaft wird die Zukunft für die Jugend dieses Landes sichern, wenn nicht die Jugend selbst.

Den Gewerkschaften geht es nicht um die millionenfachen Schicksale junger Auszubildender. Stattdessen wird hier skrupellos versucht, aus berechtigter Sorge Kapital zu schlagen. Eine Gewerkschaft aber, die es für nötig erachtet, das gezielte Spiel mit der Angst junger Menschen um ihre Zukunft zur Mitgliederrekrutierung zu instrumentalisieren, pervertiert ihren eigentlichen sozialpolitischen Auftrag bis zur Unerträglichkeit. In Sachen Erbärmlichkeit und Niedertracht setzt die IG Metall damit einmal mehr neue Maßstäbe - und demonstriert damit zugleich ihre absolute Überflüssigkeit.

 
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